16.02.2026, 22:35
Kapitel 2 – „Die alte Festplatte“
01:08 UTC
Im Shack von LK0NOD war es inzwischen vollkommen still.
Kein Smalltalk mehr im SysOp-Chat.
Keine lockeren Kommentare.
Nur Logs.
Nico – DQB906, SysOp von LK0NOD – hatte alle Ports in den erweiterten Monitor-Modus gesetzt. Raw-Frames. Keine Filter. Kein Komfort.
Der Bildschirm zeigte jetzt das nackte, digitale Rauschen des Netzes.
Und mittendrin immer wieder:
NETZ27-CORE
Ohne Ursprung.
Ohne Einwahl.
Ohne Login.
⸻
01:14 UTC – Erinnerung
Sven (DAC806) schrieb leise im Chat:
„Wann genau hast du diese Dynamic-Route-Funktion gebaut?“
Nico antwortete nicht sofort.
Er wusste es noch genau.
Vor zwei Jahren.
Später Abend.
Experimenteller Code auf einem Testsystem.
Selbstoptimierendes Routing über mehrere Nodes.
Gedacht als Forschung.
Nie produktiv eingesetzt.
Und dann hatte er alles gelöscht.
Zumindest glaubte er das.
„Ich hatte das nur lokal“, sagte Nico schließlich.
„Auf einer alten 2,5-Zoll-Backup-Platte.“
Sebastian (LG1BG – CEN0DE) hakte nach:
„Wo ist die jetzt?“
Nico spürte ein unangenehmes Ziehen im Bauch.
„Die… müsste im Lager liegen.“
⸻
01:22 UTC – Fassberg wird nervös
Während Nico innerlich rechnete, meldete sich CEN0DE erneut.
Sebastian klang diesmal weniger ruhig.
„Ich habe gerade Routing-Tests gefahren.
NETZ27 reagiert auf Topologie-Änderungen.“
„Was heißt das konkret?“
„Ich habe eine künstliche Loop-Sperre gesetzt.
Drei Sekunden später war die Route angepasst.“
Das war unmöglich.
Selbstoptimierendes Routing funktionierte nur, wenn ein System Zugriff auf:
• Live-Link-Qualität
• Node-Verfügbarkeit
• Prioritätsgewichtung
hatte.
Das bedeutete:
NETZ27 hatte vollständigen Einblick in ihr Netz.
⸻
01:29 UTC – Portugal bewegt sich
Plötzlich sprang POR001-8 in Portugal auf 100 % Linkaktivität.
Kein User-Login.
Kein DX-Call.
Nur interne Steuerframes.
Peer (APOLO1 – AP2NOD Hannover) schrieb:
„Portugal pusht Test-Pings in alle Richtungen.“
„Automatisch?“ fragte Nico.
„Ja.“
Dann kam die eigentliche Unruhe:
„Und es sieht aus wie dein Code.“
⸻
01:36 UTC – Die Suche beginnt
Nico stand auf.
Der Shack war eng, Kabel, TNC, Raspberry, Monitor – alles vertraut.
Aber jetzt wirkte es… verletzlich.
Er öffnete die Seitentür zum kleinen Nebenraum.
Dort stand ein Regal mit alten Komponenten. Netzteile. Ersatz-TNC.
Und unten – eine graue Plastikbox.
Er zog sie hervor.
Staub.
Er öffnete sie.
Leere Antistatik-Tüte.
Keine Festplatte.
Er blieb stehen.
Ganz ruhig.
Zu ruhig.
⸻
01:41 UTC – Holland archiviert
Währenddessen meldete NL1NOD steigenden Speicherverbrauch.
Der Node in Holland begann, alle NETZ27-Frames systematisch zu speichern.
Sven schrieb:
„Das ist kein Flooding.
Das ist Analyse.“
Nico kehrte langsam an den Monitor zurück.
„Meine Backup-Platte ist weg.“
Niemand schrieb sofort.
Dann:
Sebastian:
„Seit wann?“
„Ich weiß es nicht.“
⸻
01:47 UTC – Die Botschaft 2
Ein neuer Frame erschien.
Langsamer als die anderen.
Bewusst.
DEST: LK0NOD
TEXT:
„Ihr habt es vergessen.
Wir nicht.“
Kein Hacker-Geschrei.
Kein Chaos.
Nur Ruhe.
Und Präzision.
Peer schrieb:
„Das ist psychologisch.“
Manuel (MD2SAW – DX0SAW Salzwedel) ergänzte:
„Oder persönlich.“
⸻
01:53 UTC – Salzwedel unter Druck
DX0SAW bekam jetzt gezielte Signalimpulse.
Manuel meldete:
„Die Bursts sind synchron mit Routing-Updates.“
Das bedeutete:
NETZ27 testete nicht nur digital.
Es überprüfte reale HF-Wege.
Das war kein Script-Kiddie.
Das war jemand mit Verständnis.
⸻
02:04 UTC – Die Erkenntnis
Nico saß wieder.
Gedanken rasten.
Wer hatte Zugriff auf:
• Seine alte Entwicklungsumgebung?
• Seine Testkonfiguration?
• Seine Routing-Tabellen von damals?
Nicht viele.
Sehr wenige.
Und einer davon…
…war nicht mehr aktiv im Netz.
Sven schrieb leise:
„Sag mal Nico…
wem hast du damals beim Test geholfen?“
Nico antwortete nicht.
Denn genau in diesem Moment erschien im Log eine neue Kennung.
Nicht NETZ27-CORE.
Sondern:
NETZ27-BETA
Und darunter:
AUTH: LEGACY
Legacy.
Altbestand.
Jemand aus der Anfangszeit.
Jemand, der wusste, wie LK0NOD entstanden war.
⸻
Der Bildschirm flackerte leicht.
Keine Fehlermeldung.
Nur ein neuer Status:
TOPOLOGIE: KARTOGRAFIERT
Peer schrieb nur:
„Er kennt uns.“
Und Nico wusste plötzlich:
Das war kein externer Angriff.
Das war jemand,
der das Netz mit aufgebaut hatte.
⸻
Fortsetzung folgt.
01:08 UTC
Im Shack von LK0NOD war es inzwischen vollkommen still.
Kein Smalltalk mehr im SysOp-Chat.
Keine lockeren Kommentare.
Nur Logs.
Nico – DQB906, SysOp von LK0NOD – hatte alle Ports in den erweiterten Monitor-Modus gesetzt. Raw-Frames. Keine Filter. Kein Komfort.
Der Bildschirm zeigte jetzt das nackte, digitale Rauschen des Netzes.
Und mittendrin immer wieder:
NETZ27-CORE
Ohne Ursprung.
Ohne Einwahl.
Ohne Login.
⸻
01:14 UTC – Erinnerung
Sven (DAC806) schrieb leise im Chat:
„Wann genau hast du diese Dynamic-Route-Funktion gebaut?“
Nico antwortete nicht sofort.
Er wusste es noch genau.
Vor zwei Jahren.
Später Abend.
Experimenteller Code auf einem Testsystem.
Selbstoptimierendes Routing über mehrere Nodes.
Gedacht als Forschung.
Nie produktiv eingesetzt.
Und dann hatte er alles gelöscht.
Zumindest glaubte er das.
„Ich hatte das nur lokal“, sagte Nico schließlich.
„Auf einer alten 2,5-Zoll-Backup-Platte.“
Sebastian (LG1BG – CEN0DE) hakte nach:
„Wo ist die jetzt?“
Nico spürte ein unangenehmes Ziehen im Bauch.
„Die… müsste im Lager liegen.“
⸻
01:22 UTC – Fassberg wird nervös
Während Nico innerlich rechnete, meldete sich CEN0DE erneut.
Sebastian klang diesmal weniger ruhig.
„Ich habe gerade Routing-Tests gefahren.
NETZ27 reagiert auf Topologie-Änderungen.“
„Was heißt das konkret?“
„Ich habe eine künstliche Loop-Sperre gesetzt.
Drei Sekunden später war die Route angepasst.“
Das war unmöglich.
Selbstoptimierendes Routing funktionierte nur, wenn ein System Zugriff auf:
• Live-Link-Qualität
• Node-Verfügbarkeit
• Prioritätsgewichtung
hatte.
Das bedeutete:
NETZ27 hatte vollständigen Einblick in ihr Netz.
⸻
01:29 UTC – Portugal bewegt sich
Plötzlich sprang POR001-8 in Portugal auf 100 % Linkaktivität.
Kein User-Login.
Kein DX-Call.
Nur interne Steuerframes.
Peer (APOLO1 – AP2NOD Hannover) schrieb:
„Portugal pusht Test-Pings in alle Richtungen.“
„Automatisch?“ fragte Nico.
„Ja.“
Dann kam die eigentliche Unruhe:
„Und es sieht aus wie dein Code.“
⸻
01:36 UTC – Die Suche beginnt
Nico stand auf.
Der Shack war eng, Kabel, TNC, Raspberry, Monitor – alles vertraut.
Aber jetzt wirkte es… verletzlich.
Er öffnete die Seitentür zum kleinen Nebenraum.
Dort stand ein Regal mit alten Komponenten. Netzteile. Ersatz-TNC.
Und unten – eine graue Plastikbox.
Er zog sie hervor.
Staub.
Er öffnete sie.
Leere Antistatik-Tüte.
Keine Festplatte.
Er blieb stehen.
Ganz ruhig.
Zu ruhig.
⸻
01:41 UTC – Holland archiviert
Währenddessen meldete NL1NOD steigenden Speicherverbrauch.
Der Node in Holland begann, alle NETZ27-Frames systematisch zu speichern.
Sven schrieb:
„Das ist kein Flooding.
Das ist Analyse.“
Nico kehrte langsam an den Monitor zurück.
„Meine Backup-Platte ist weg.“
Niemand schrieb sofort.
Dann:
Sebastian:
„Seit wann?“
„Ich weiß es nicht.“
⸻
01:47 UTC – Die Botschaft 2
Ein neuer Frame erschien.
Langsamer als die anderen.
Bewusst.
DEST: LK0NOD
TEXT:
„Ihr habt es vergessen.
Wir nicht.“
Kein Hacker-Geschrei.
Kein Chaos.
Nur Ruhe.
Und Präzision.
Peer schrieb:
„Das ist psychologisch.“
Manuel (MD2SAW – DX0SAW Salzwedel) ergänzte:
„Oder persönlich.“
⸻
01:53 UTC – Salzwedel unter Druck
DX0SAW bekam jetzt gezielte Signalimpulse.
Manuel meldete:
„Die Bursts sind synchron mit Routing-Updates.“
Das bedeutete:
NETZ27 testete nicht nur digital.
Es überprüfte reale HF-Wege.
Das war kein Script-Kiddie.
Das war jemand mit Verständnis.
⸻
02:04 UTC – Die Erkenntnis
Nico saß wieder.
Gedanken rasten.
Wer hatte Zugriff auf:
• Seine alte Entwicklungsumgebung?
• Seine Testkonfiguration?
• Seine Routing-Tabellen von damals?
Nicht viele.
Sehr wenige.
Und einer davon…
…war nicht mehr aktiv im Netz.
Sven schrieb leise:
„Sag mal Nico…
wem hast du damals beim Test geholfen?“
Nico antwortete nicht.
Denn genau in diesem Moment erschien im Log eine neue Kennung.
Nicht NETZ27-CORE.
Sondern:
NETZ27-BETA
Und darunter:
AUTH: LEGACY
Legacy.
Altbestand.
Jemand aus der Anfangszeit.
Jemand, der wusste, wie LK0NOD entstanden war.
⸻
Der Bildschirm flackerte leicht.
Keine Fehlermeldung.
Nur ein neuer Status:
TOPOLOGIE: KARTOGRAFIERT
Peer schrieb nur:
„Er kennt uns.“
Und Nico wusste plötzlich:
Das war kein externer Angriff.
Das war jemand,
der das Netz mit aufgebaut hatte.
⸻
Fortsetzung folgt.

