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Grundlagen zu Packet-Radio (Überblick für Einsteiger)
#1
Grundlagen zu Packet-Radio

Der Austausch von Daten zwischen Kommunikationspartnern benötigt:
* Mindestens ein Übertragungsmedium
* Zwei direkt kommunizierende Geräte müssen zwingend die gleichen Protokolle (z.B. elektrisch bzw. logisch) verwenden.

Beispiele für Übertragungsmedien:
* Leitungen/Kabel/Glasfaser (Spannungen/Ströme/Licht)
* Funk (elektro-/magnetische Wellen)

Computer übertragen Daten digital über zwei binäre Zustände (Logisch ein/aus)
Dies erfolgt meist seriell (manchmal auch parallel).

In der Funktechnik sind Signale stetig (analog) und das Übertragungsmedium ist nicht exklusiv, sondern geteilt.

Ein digital arbeitenden Computer braucht also einen Übersetzer, um mit den analogen Signalen eines Sendeempfänger (Tranceiver/Funkgerät) zusammen arbeiten zu können.

Da es viele Hersteller für Computer und Tranceiver gibt, hat man jetzt viele mögliche Varianten seine eigene Station aufzubauen.


Variante 1: Websdr / nur als Zuhörer / via Web-Browser

Es gibt viele Webseiten wo man Funkempfänger auf der ganzen Welt fernsteuern kann.
Das gilt sowohl für das 11m Band (CB-Funk) als auch für offizielle Funkdienste wie den Amateurfunk.

SDR steht für software defined radio.
Manche dieser Webseiten bieten integrierte Dekoder für Packet-Radio und andere digitale Betriebsarten an.



Variante 2: Soundmodem (Windows oder Linux) alles per Software

Im einfachsten Fall stellt man sein (Hand-)funkgerät direkt neben den Laptop installiert sich ein "Soundmodem".
Das Mikrofon des Laptop digitalisiert die analogen Lautsprecherausgabe des Funkgerätes und wandelt diese wieder in Daten auf dem Laptop um.

Senden würde dann umgekehrt funktionieren. Der Lautsprecher liefert die Signale an das Mikrofon des Funkgerätes.
Man muss dann von Hand senden drücken.

Variante 2b :
Man verbindet die Soundkarte des Computers über elektrisch getrennte Potentiale (Übertrager bzw. Opto-Koppler) mit seinem Funkgerät.
Die Schaltungsvorschläge finden sich hier im Forum.

Wem der Lötkolben zu heiß ist, der kann das auch kommerziell kaufen.

Achtung:
CB-Funkgeräte dürfen technisch nicht verändert werden, daher muss das Funkgerät ggf. eine offizielle Zulassung für den Anschluss externer Mikrofone haben.


Variante 3: Kombination: Minimale Hardware ("Mini-Modem") + Software für den Packet-Radio Betrieb
Eine kleine Platine fungiert als Interface für den Anschluss an das Funkgerät.

Die eigentliche Arbeit wird per Software (im Computer)  erledigt.

Beispiele
PC  unter DOS (mit Packet-SW)  <-> RS232 <-> "Mini-Modem"           <-> Funkgerät
PC  unter DOS (mit Packet-SW)  <-> RS232 <-> "BayCom-Modem"    <-> Funkgerät
PC  unter DOS (mit Packet-SW)  <-> RS232 <-> "PC-Com-Modem"    <-> Funkgerät

PC  mit Linux (AX.25-Treiber)       <-> RS232 <-> xyz Funk-Modem      <-> Funkgerät
                     +Packet-SW
     
C64 mit (DIGICOM>64)      <-> Casetten-Port <-> Digicom-Modem       <-> Funkgerät
C128

Probleme machen (heute) bzgl. solcher gebrauchter Mini-Modems/BayCom-Modem/HammCom-Modems/Druckerport-Modems:
PC-Betriebssysteme ohne direkten Hardware-Zugriff
PC-Hardware (ohne echte serielle RS232 Schnittstelle)
PC-Hardware (ohne phys. parallelen Drucker-Port)

Grund:
a) Direkter HW-Zugriff verboten und/oder Betriebssystem stört präzises Timing der Signale am Funk-Modem.
b) USB-Adapter liefern nicht mehr die benötigten +/- 12V-Spannungen für die BayCom/Mini-Modems, falsches Timing usw.

Wer so ein Mini-Modem weiter nutzen möchte:
Alten Laptop mit eingebauter RS232-Schnittstelle organisieren und ein (Free-)DOS drauf installieren.

Anmerkung: 
Es gibt DOS-Software um diese "Mini"-Modems am PC wie einen echten TNC ansprechen zu können.


Variante 4: (physikalischer) Terminal-Network-Controller (TNC)
Ein (externes) Gerät, welches über eingebaute Modems verfügt und vollständig autark (bei ausgeschaltetem Computer) arbeiten kann.


Beispiel
Computer      <- serielle RS232 Schnittstelle -> TNC mit 1200 Baud AFSK-Modem                <-> Funkgerät <-> Antenne
DOS/Win/Linux               +/- 12 Volt (!)                              (CB-Funk)

Computer      <-            USB-Schnittstelle         -> TNC mit Modem 1k2 AFSK / 9k6 FSK            <-> Funkgerät <-> Antenne
Win/Linux                                                                                                      (Amateur-Funk)


Der "Klassiker":
Altes Terminal <- serielle RS232 Schnittstelle      -> TNC im TAPR-Native- "cmd:" Mode                 <-> Funkgerät  <-> Antenne


INFO: Zur TNC-Hardware

Die TNC-1 Serie arbeitete mit dem 6809.
Die TNC-2 Serie arbeitet   mit dem Z80  (Verschiedene Hersteller HW / Firmware)
Die TNC-3 Serie läuft        mit auf 68k

Multi-/Allmode-Geräte für weitere Betriebsarten wurden ebenfalls hergestellt.
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Grundlagen zu Packet-Radio (Überblick für Einsteiger) - von Retrofan - Heute, 00:08

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