21.11.2025, 07:10
Kapitel 9 – Das Industriegebiet
Die Nacht war ungewöhnlich klar.
Der Himmel schwarz wie Tinte, die Sterne hart wie kaltes Metall.
Er fuhr ohne Musik, ohne Funk – alles aus.
Er wollte hören, falls irgendetwas… antwortete.
Die Koordinate lag im Industriegebiet.
Ein verlassener Komplex aus Beton, Zäunen und rostenden Containern.
Die Firma, die hier einmal produziert hatte, war 2003 in Konkurs gegangen.
Seitdem stand alles leer.
Um 23:41 Uhr parkte er seinen Wagen im Schatten eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes.
Er stieg aus, nahm die Richtantenne und lauschte.
Nichts.
Totalstill.
Ein Industriegebiet, das komplett tot war – kein Summen, kein Wind, keine Tiere.
Nur absolute Stille.
ER hasste solche Stille.
Er ging weiter, Schritt für Schritt.
Die Koordinate führte ihn zu einer Lagerhalle, deren Tür halb aufgehebelt war.
Als hätte jemand vor Jahren versucht hineinzukommen – oder heraus.
Er schob die Tür langsam auf.
Der Geruch nach kalter Feuchtigkeit und Metall schlug ihm entgegen.
Der Hallenboden war staubig, doch in der Mitte erkannte er etwas, das nicht passte:
Frische Fußspuren.
Nur wenige Tage alt.
Sein Puls stieg.
Er hielt die Funktionslampe tiefer, tastete den Boden ab.
Die Spuren führten nicht einfach irgendwohin – sondern zu einer Ecke, hinter einem alten Schaltschrank.
Dort hing ein Vorhang aus dicken Staubfäden und Spinnennetzen.
Er wischte sie beiseite.
Und dahinter sah er eine Tür.
Klein.
Schwer.
Stahl.
Mit einer Prägung:
„Sicherheitsraum A – 1997“
Seine Finger zuckten, als hätten sie ihre eigene Meinung.
Er öffnete die Tür.
Ein dumpfes Echo lief durch einen Treppenschacht, der tief in den Beton führte.
Und dann — endlich — eine Reaktion:
Die Richtantenne schlug aus.
Nur ein minimaler Pegel, aber eindeutig aktiv.
Nicht atmosphärisch.
Nicht zufällig.
Gezielt.
Er ging die Treppe hinunter.
⸻
Unter dem Industriegebiet
Er erreichte einen niedrigen Wartungsgang.
Die Wände waren beschriftet mit veralteten Richtungsangaben:
• T1 – Kabelschacht
• T2 – Verstärker
• T3 – „Funkraum“
Er blieb stehen.
„Funkraum“?
Was sollte in einem Industriegebäude ein Funkraum?
Der Pegel wurde stärker.
Er folgte dem Gang, bis er eine schwere Tür erreichte.
Darauf stand:
„Zugang nur für Systemtechnik.
Letzte Wartung: 1998.“
Sein Atem stockte.
1998.
Er drückte die Tür auf.
Sie klemmte, doch gab nach.
Der Raum dahinter war… unheimlich intakt.
Staub, aber keine Vandalismusspuren.
Keine Graffiti.
Keine Tiere.
Nur ein einzelner, alter Metalltisch.
Darauf:
• ein verstaubter 12-Volt-Akku
• ein kleines Funkgerät
• ein TNC
• und… ein weiteres Kästchen, identisch zum Fund aus Kapitel 4.
Diesmal beschriftet:
„ARCHIV 04 – Aktivmodul“
Er schluckte.
Langsam ging er näher.
Das Kästchen war angeschlossen – provisorisch, aber funktional.
Und es sendete.
Einen ultrakurzen Burst alle paar Minuten.
Genau wie damals im LOG.
Neben dem Gerät lag ein Papier, beschwert mit einer alten Mutter.
Ein handgeschriebener Satz:
„Ich bin noch hier.“
Die Handschrift…
Die Handschrift war dieselbe wie auf den anderen Zetteln.
Ravens Schrift.
Aber das Papier war nicht vergilbt.
Nicht alt.
Es war… frisch.
Vor wenigen Tagen geschrieben.
Er hob es auf – und blieb abrupt stehen.
Unter dem Zettel lag etwas, das er zuerst für einen Knopf hielt.
Dann erkannte er, was es war:
Ein Fingerabdruck.
Nicht gedruckt.
Echt.
Wie in Staub gedrückt.
Groß.
Unnatürlich schmal.
Er wich zurück.
Ein Gefühl wie Eiswasser rann seinen Rücken hinunter.
Er hob den SDR.
Plötzlich – ein massiver Burst.
Laut.
Störend.
So stark, dass das Display flackerte.
Dann eine Stimme.
Nicht wie das Flüstern zuvor.
Klarer.
Nähe.
„Du bist zu spät.“
Er erstarrte.
Die Stimme war tief.
Verzerrt.
Hohl.
Viel zu nah.
Er riss die Antenne herum – hinter ihn.
Nichts.
Nur Dunkelheit.
Dann erneut die Stimme, diesmal von links:
„Er ist schon längst weiter.“
Sein Herz raste.
Er wollte rennen, aber seine Beine gehorchten nicht.
Ein letzter Satz, direkt in seinem Headset:
„LK0NOD… du bist der Nächste.“
Der Burst endete abrupt.
Die absolute Stille kehrte zurück.
Er stand allein in einem stillgelegten Funkraum unter einem verlassenen Industriegebiet.
Mit einem Archiv-Modul, das längst nicht mehr funktionieren dürfte.
Mit einer Stimme, die ganz sicher nicht aus einem normalen Sender kam.
Und mit dem Wissen, dass Raven nicht verschwunden war…
…sondern dass etwas anderes an seiner Stelle sendete.
Die Nacht war ungewöhnlich klar.
Der Himmel schwarz wie Tinte, die Sterne hart wie kaltes Metall.
Er fuhr ohne Musik, ohne Funk – alles aus.
Er wollte hören, falls irgendetwas… antwortete.
Die Koordinate lag im Industriegebiet.
Ein verlassener Komplex aus Beton, Zäunen und rostenden Containern.
Die Firma, die hier einmal produziert hatte, war 2003 in Konkurs gegangen.
Seitdem stand alles leer.
Um 23:41 Uhr parkte er seinen Wagen im Schatten eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes.
Er stieg aus, nahm die Richtantenne und lauschte.
Nichts.
Totalstill.
Ein Industriegebiet, das komplett tot war – kein Summen, kein Wind, keine Tiere.
Nur absolute Stille.
ER hasste solche Stille.
Er ging weiter, Schritt für Schritt.
Die Koordinate führte ihn zu einer Lagerhalle, deren Tür halb aufgehebelt war.
Als hätte jemand vor Jahren versucht hineinzukommen – oder heraus.
Er schob die Tür langsam auf.
Der Geruch nach kalter Feuchtigkeit und Metall schlug ihm entgegen.
Der Hallenboden war staubig, doch in der Mitte erkannte er etwas, das nicht passte:
Frische Fußspuren.
Nur wenige Tage alt.
Sein Puls stieg.
Er hielt die Funktionslampe tiefer, tastete den Boden ab.
Die Spuren führten nicht einfach irgendwohin – sondern zu einer Ecke, hinter einem alten Schaltschrank.
Dort hing ein Vorhang aus dicken Staubfäden und Spinnennetzen.
Er wischte sie beiseite.
Und dahinter sah er eine Tür.
Klein.
Schwer.
Stahl.
Mit einer Prägung:
„Sicherheitsraum A – 1997“
Seine Finger zuckten, als hätten sie ihre eigene Meinung.
Er öffnete die Tür.
Ein dumpfes Echo lief durch einen Treppenschacht, der tief in den Beton führte.
Und dann — endlich — eine Reaktion:
Die Richtantenne schlug aus.
Nur ein minimaler Pegel, aber eindeutig aktiv.
Nicht atmosphärisch.
Nicht zufällig.
Gezielt.
Er ging die Treppe hinunter.
⸻
Unter dem Industriegebiet
Er erreichte einen niedrigen Wartungsgang.
Die Wände waren beschriftet mit veralteten Richtungsangaben:
• T1 – Kabelschacht
• T2 – Verstärker
• T3 – „Funkraum“
Er blieb stehen.
„Funkraum“?
Was sollte in einem Industriegebäude ein Funkraum?
Der Pegel wurde stärker.
Er folgte dem Gang, bis er eine schwere Tür erreichte.
Darauf stand:
„Zugang nur für Systemtechnik.
Letzte Wartung: 1998.“
Sein Atem stockte.
1998.
Er drückte die Tür auf.
Sie klemmte, doch gab nach.
Der Raum dahinter war… unheimlich intakt.
Staub, aber keine Vandalismusspuren.
Keine Graffiti.
Keine Tiere.
Nur ein einzelner, alter Metalltisch.
Darauf:
• ein verstaubter 12-Volt-Akku
• ein kleines Funkgerät
• ein TNC
• und… ein weiteres Kästchen, identisch zum Fund aus Kapitel 4.
Diesmal beschriftet:
„ARCHIV 04 – Aktivmodul“
Er schluckte.
Langsam ging er näher.
Das Kästchen war angeschlossen – provisorisch, aber funktional.
Und es sendete.
Einen ultrakurzen Burst alle paar Minuten.
Genau wie damals im LOG.
Neben dem Gerät lag ein Papier, beschwert mit einer alten Mutter.
Ein handgeschriebener Satz:
„Ich bin noch hier.“
Die Handschrift…
Die Handschrift war dieselbe wie auf den anderen Zetteln.
Ravens Schrift.
Aber das Papier war nicht vergilbt.
Nicht alt.
Es war… frisch.
Vor wenigen Tagen geschrieben.
Er hob es auf – und blieb abrupt stehen.
Unter dem Zettel lag etwas, das er zuerst für einen Knopf hielt.
Dann erkannte er, was es war:
Ein Fingerabdruck.
Nicht gedruckt.
Echt.
Wie in Staub gedrückt.
Groß.
Unnatürlich schmal.
Er wich zurück.
Ein Gefühl wie Eiswasser rann seinen Rücken hinunter.
Er hob den SDR.
Plötzlich – ein massiver Burst.
Laut.
Störend.
So stark, dass das Display flackerte.
Dann eine Stimme.
Nicht wie das Flüstern zuvor.
Klarer.
Nähe.
„Du bist zu spät.“
Er erstarrte.
Die Stimme war tief.
Verzerrt.
Hohl.
Viel zu nah.
Er riss die Antenne herum – hinter ihn.
Nichts.
Nur Dunkelheit.
Dann erneut die Stimme, diesmal von links:
„Er ist schon längst weiter.“
Sein Herz raste.
Er wollte rennen, aber seine Beine gehorchten nicht.
Ein letzter Satz, direkt in seinem Headset:
„LK0NOD… du bist der Nächste.“
Der Burst endete abrupt.
Die absolute Stille kehrte zurück.
Er stand allein in einem stillgelegten Funkraum unter einem verlassenen Industriegebiet.
Mit einem Archiv-Modul, das längst nicht mehr funktionieren dürfte.
Mit einer Stimme, die ganz sicher nicht aus einem normalen Sender kam.
Und mit dem Wissen, dass Raven nicht verschwunden war…
…sondern dass etwas anderes an seiner Stelle sendete.
