03.12.2025, 21:34
Kapitel 21 – „Der Mann im Störfeld“
Das Brummen im Raum wurde stärker, vibrierte im Boden, wanderte durch die Regale voller verstaubter Technik. Jaro wich einen Schritt zurück. Der Lautsprecher des uralten TNC fauchte kurz, und dann wurde die Stimme klarer – zu klar für ein Gerät aus den 80ern.
„Du bist zu früh… und er ist zu nah.“
Jaro riss den Blick zum Terminal, doch die Anzeige hatte sich verändert. Keine Fehlermeldung mehr. Stattdessen flackerten hektische Frequenzblöcke über den Bildschirm – ein Spektrum voller Peaks, Dips, Impulse. Ein Störfeld. Und es wanderte.
Plötzlich realisierte Jaro:
Das Störfeld kam näher.
Jemand sendete aktiv – ganz in der Nähe. So nah, dass der Empfang direkt in das ungeschirmte System einstreute.
Er schaltete instinktiv seine Stirnlampe aus und wartete, bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnten. Ein einziger Lichtpunkt glimmte weiterhin im Raum – das schwache Grün des Terminals. Das Brummen ebbte kurz ab… nur um dann schlagartig wieder zuzunehmen.
Jaro bewegte sich geduckt zu einem der Regale und sah in Richtung Eingang.
Nichts.
Kein Schritt.
Keine Bewegung.
Nur der Regen draußen und dieses tiefe, verstörende Brummen.
Im selben Moment begann der Terminal erneut zu tippen – automatisch:
REMOTE USER CONNECTED
IDENT: UNKNOWN
SIGNAL: 27.235 MHz (LOCKED)
MODE: FORCED LINK
Jaro flüsterte: „Das kann nicht sein. Forced Link? Das ist nicht mal Teil des Protokolls…“
Doch da war es.
Eine neue Nachricht erschien:
„Jaro… wir haben uns schon einmal gehört.“
Er starrte auf den Bildschirm.
Stille.
Dann:
„1987. Kanal 27. Dein Vater hat damals für uns relayed.“
Jaros Herz setzte einen Schlag aus.
Sein Vater?
Er war 1988 verunglückt, ein Jahr nachdem die Packet-Gerüchte um Ghostbreaker in der Region ihren Höhepunkt erreicht hatten.
„Wer bist du?“, flüsterte Jaro Richtung Terminal.
Die Antwort kam sofort:
„Der, der verhindert hat, dass das Projekt jemals beendet wurde.“
Das Brummen verstummte plötzlich. Absolute Stille. Die Art von Stille, die jede Bewegung im ganzen Wald hörbar machen würde.
DANN—
Ein Geräusch.
Schritte. Langsam. Gleichmäßig. Direkt vor dem Bunker.
Jaro duckte sich noch tiefer hinter das Regal.
Die Schritte stoppten.
Ein Schatten bewegte sich hinter der halb geöffneten Tür.
Die Luft im Raum wurde spürbar schwerer.
Dann ertönte erneut eine Stimme aus dem TNC – diesmal jedoch verzerrt, tiefer, als sei sie durch tausend Filter gejagt worden:
„Jaro… er ist schon bei dir.“
Die Tür schwang mit einem leisen Knarren auf.
Eine Gestalt betrat den Raum:
Groß. Schlank. In einen dunklen Regenmantel gehüllt.
Ein Funkgerät hing an seiner Schulter, die Antenne vibrierte leicht – offensichtlich die Quelle des Störfeldes.
Der Mann blieb mitten im Raum stehen, ohne Licht, ohne ein Wort, und hob langsam den Kopf.
Als er die Stirn drehte, fiel ein Reflex der Terminalanzeige auf sein Gesicht.
Jaro sah nur für einen Moment seine Augen –
kalt, glasig, leblos wie bei jemandem, der seit Jahrzehnten nicht mehr wirklich hier war.
Der Unbekannte sprach nicht.
Aber sein Funkgerät knackte leise…
und sendete genau dasselbe Signal, das Jaro schon zuvor empfangen hatte.
In diesem Moment verstand Jaro:
Dieser Mann war nicht einfach jemand.
Er war das fehlende Fragment des Projekts.
Und er war nicht allein gekommen.
Fortsetzung folgt…
Das Brummen im Raum wurde stärker, vibrierte im Boden, wanderte durch die Regale voller verstaubter Technik. Jaro wich einen Schritt zurück. Der Lautsprecher des uralten TNC fauchte kurz, und dann wurde die Stimme klarer – zu klar für ein Gerät aus den 80ern.
„Du bist zu früh… und er ist zu nah.“
Jaro riss den Blick zum Terminal, doch die Anzeige hatte sich verändert. Keine Fehlermeldung mehr. Stattdessen flackerten hektische Frequenzblöcke über den Bildschirm – ein Spektrum voller Peaks, Dips, Impulse. Ein Störfeld. Und es wanderte.
Plötzlich realisierte Jaro:
Das Störfeld kam näher.
Jemand sendete aktiv – ganz in der Nähe. So nah, dass der Empfang direkt in das ungeschirmte System einstreute.
Er schaltete instinktiv seine Stirnlampe aus und wartete, bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnten. Ein einziger Lichtpunkt glimmte weiterhin im Raum – das schwache Grün des Terminals. Das Brummen ebbte kurz ab… nur um dann schlagartig wieder zuzunehmen.
Jaro bewegte sich geduckt zu einem der Regale und sah in Richtung Eingang.
Nichts.
Kein Schritt.
Keine Bewegung.
Nur der Regen draußen und dieses tiefe, verstörende Brummen.
Im selben Moment begann der Terminal erneut zu tippen – automatisch:
REMOTE USER CONNECTED
IDENT: UNKNOWN
SIGNAL: 27.235 MHz (LOCKED)
MODE: FORCED LINK
Jaro flüsterte: „Das kann nicht sein. Forced Link? Das ist nicht mal Teil des Protokolls…“
Doch da war es.
Eine neue Nachricht erschien:
„Jaro… wir haben uns schon einmal gehört.“
Er starrte auf den Bildschirm.
Stille.
Dann:
„1987. Kanal 27. Dein Vater hat damals für uns relayed.“
Jaros Herz setzte einen Schlag aus.
Sein Vater?
Er war 1988 verunglückt, ein Jahr nachdem die Packet-Gerüchte um Ghostbreaker in der Region ihren Höhepunkt erreicht hatten.
„Wer bist du?“, flüsterte Jaro Richtung Terminal.
Die Antwort kam sofort:
„Der, der verhindert hat, dass das Projekt jemals beendet wurde.“
Das Brummen verstummte plötzlich. Absolute Stille. Die Art von Stille, die jede Bewegung im ganzen Wald hörbar machen würde.
DANN—
Ein Geräusch.
Schritte. Langsam. Gleichmäßig. Direkt vor dem Bunker.
Jaro duckte sich noch tiefer hinter das Regal.
Die Schritte stoppten.
Ein Schatten bewegte sich hinter der halb geöffneten Tür.
Die Luft im Raum wurde spürbar schwerer.
Dann ertönte erneut eine Stimme aus dem TNC – diesmal jedoch verzerrt, tiefer, als sei sie durch tausend Filter gejagt worden:
„Jaro… er ist schon bei dir.“
Die Tür schwang mit einem leisen Knarren auf.
Eine Gestalt betrat den Raum:
Groß. Schlank. In einen dunklen Regenmantel gehüllt.
Ein Funkgerät hing an seiner Schulter, die Antenne vibrierte leicht – offensichtlich die Quelle des Störfeldes.
Der Mann blieb mitten im Raum stehen, ohne Licht, ohne ein Wort, und hob langsam den Kopf.
Als er die Stirn drehte, fiel ein Reflex der Terminalanzeige auf sein Gesicht.
Jaro sah nur für einen Moment seine Augen –
kalt, glasig, leblos wie bei jemandem, der seit Jahrzehnten nicht mehr wirklich hier war.
Der Unbekannte sprach nicht.
Aber sein Funkgerät knackte leise…
und sendete genau dasselbe Signal, das Jaro schon zuvor empfangen hatte.
In diesem Moment verstand Jaro:
Dieser Mann war nicht einfach jemand.
Er war das fehlende Fragment des Projekts.
Und er war nicht allein gekommen.
Fortsetzung folgt…


