12.12.2025, 07:00
Kapitel 23 – „Signalrestaurierung“
Für einen Sekundenbruchteil war alles eingefroren – Jaro, sein Onkel, der fremde Mann mit der vibrierenden Antenne. Dann setzte die Realität schlagartig wieder ein, als der Unbekannte einen weiteren, grellen Störimpuls abfeuerte.
Jaros Onkel riss ihn zur Seite und beide warfen sich hinter das schwere Metallgestell mit alten Endstufen und Antennenresten. Der Impuls schlug in die Wand, Funken stoben, Staub rieselte aus den Betondecken.
„Was ist das!?“, keuchte Jaro.
Sein Onkel atmete schwer.
„Nicht was – wer. Und er folgt dem Restsignal deines Vaters.“
Jaro fuhr herum.
„Was meinst du mit Restsignal!?“
Doch bevor sein Onkel antworten konnte, hörten sie das schabende Geräusch von Schritten. Der Mann im Regenmantel bewegte sich mechanisch-präzise – wie eine Maschine, die den Raum rasterweise abtastete.
Und dann geschah etwas Merkwürdiges.
Das Funkgerät des Mannes begann, zwei Frequenzen gleichzeitig zu senden. Eine war das bekannte Störmuster… die andere klang wie zerhackte menschliche Sprache – einzelne Fragmente, die sich nicht ganz zusammenfügten:
„…Jaro… –ung… mich hören… –ektor 7… nicht abschalten…“
Jaro erstarrte.
Es klang wie die Stimme seines Vaters.
„Das ist nicht echt“, sagte sein Onkel hastig. „Das ist eine Rekonstruktion! Es zieht die Daten aus dem alten Ghostbreaker-Archiv. Das ist nicht deine Erinnerung – es ist ein Köder!“
Der Mann im Regenmantel blieb stehen – gerade einmal drei Meter von ihnen entfernt – und drehte seinen Kopf ruckartig in ihre Richtung. Fast wie ein Tier, das eine Spur aufgenommen hat.
Dann ertönte aus dem Funkgerät seines Onkels ein abruptes, scharfes Signal.
„Hör zu“, flüsterte der Onkel, „wir haben nur einen Versuch. Ich kann sein Implantat für ein paar Sekunden stören. Aber danach… wird er impulsiv.“
„Impulsiv?“, fragte Jaro.
„Er wird versuchen, dich zu binden.“
Beide wussten, was das bedeutete.
Das Terminal hatte es bereits angedeutet:
Jaro war der Access Point.
Der Schlüssel.
Ein lebendiger Router für ein Netzwerk, das niemals hätte existieren dürfen.
Der Onkel zählte leise von fünf runter.
„Fünf… vier… drei…“
Jaro hörte seinen eigenen Herzschlag, laut wie ein Generator im Ohr.
„Zwei… eins.“
Er drückte die Taste seines Handfunkgeräts.
Für einen Moment explodierte die Luft mit einem schrillen, keifenden Geräusch – wie tausend Funksprüche gleichzeitig, alle auf derselben Frequenz.
Der Mann im Regenmantel ruckte zurück.
Sein Körper krümmte sich unnatürlich, als würde etwas tief in seinem Inneren versuchen, sich loszureißen. Der Lichtreflex im Implantat hinter seinem Ohr wurde greller.
„JETZT, JARO!“, brüllte der Onkel.
Sie stürmten aus dem Versteck.
Jaro spürte die Hitze des Störfeldes auf der Haut, während sie an dem taumelnden Mann vorbeirasten und sich zur Bunkertür warfen.
Doch kurz bevor sie hinauskamen, sackte der Störimpuls in sich zusammen.
Das Funkgerät des Mannes stellte seine Frequenz neu ein.
Der Onkel flüsterte: „Nein… nein… er rekalibriert.“
Dann hörten sie ein Geräusch, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Der Mann begann zu laufen.
Nicht wie ein Mensch.
Nicht wie jemand, der sie jagte.
Sondern wie ein Signal, das die kürzeste Strecke zwischen zwei Punkten nahm.
„Beeil dich!“, rief der Onkel, schubste Jaro nach draußen und riss die Tür hinter ihnen zu.
Doch die Tür stoppte den Mann nur für einen Herzschlag.
Dann vibrierte sie.
Dann beulte sie sich nach außen.
„Er schweißt sie mit Resonanz auf!“, keuchte der Onkel.
Jaro sah seinen Onkel an – verschwitzt, erschöpft, aber mit einem Blick, der ihm sagte, dass er seit Jahrzehnten genau auf diesen Moment gewartet hatte.
„Onkel… wer zum Teufel ist er?“
Der Onkel griff Jaro am Arm, zog ihn in den Wald.
„Er?“, sagte er. „Er ist der erste erfolgreiche Knotenpunkt des Projekts. Der Prototyp.“
Während sie in das Dickicht rannten, ertönte hinter ihnen ein metallisches Krachen, als die Tür des Bunkers nachgab.
Und dann hörten sie wieder dieses dreifache Impulssignal.
Kurz. Hart. Unvermeidlich.
Der Prototyp war draußen.
Und diesmal wusste er genau, wen er suchte.
Fortsetzung folgt…
Für einen Sekundenbruchteil war alles eingefroren – Jaro, sein Onkel, der fremde Mann mit der vibrierenden Antenne. Dann setzte die Realität schlagartig wieder ein, als der Unbekannte einen weiteren, grellen Störimpuls abfeuerte.
Jaros Onkel riss ihn zur Seite und beide warfen sich hinter das schwere Metallgestell mit alten Endstufen und Antennenresten. Der Impuls schlug in die Wand, Funken stoben, Staub rieselte aus den Betondecken.
„Was ist das!?“, keuchte Jaro.
Sein Onkel atmete schwer.
„Nicht was – wer. Und er folgt dem Restsignal deines Vaters.“
Jaro fuhr herum.
„Was meinst du mit Restsignal!?“
Doch bevor sein Onkel antworten konnte, hörten sie das schabende Geräusch von Schritten. Der Mann im Regenmantel bewegte sich mechanisch-präzise – wie eine Maschine, die den Raum rasterweise abtastete.
Und dann geschah etwas Merkwürdiges.
Das Funkgerät des Mannes begann, zwei Frequenzen gleichzeitig zu senden. Eine war das bekannte Störmuster… die andere klang wie zerhackte menschliche Sprache – einzelne Fragmente, die sich nicht ganz zusammenfügten:
„…Jaro… –ung… mich hören… –ektor 7… nicht abschalten…“
Jaro erstarrte.
Es klang wie die Stimme seines Vaters.
„Das ist nicht echt“, sagte sein Onkel hastig. „Das ist eine Rekonstruktion! Es zieht die Daten aus dem alten Ghostbreaker-Archiv. Das ist nicht deine Erinnerung – es ist ein Köder!“
Der Mann im Regenmantel blieb stehen – gerade einmal drei Meter von ihnen entfernt – und drehte seinen Kopf ruckartig in ihre Richtung. Fast wie ein Tier, das eine Spur aufgenommen hat.
Dann ertönte aus dem Funkgerät seines Onkels ein abruptes, scharfes Signal.
„Hör zu“, flüsterte der Onkel, „wir haben nur einen Versuch. Ich kann sein Implantat für ein paar Sekunden stören. Aber danach… wird er impulsiv.“
„Impulsiv?“, fragte Jaro.
„Er wird versuchen, dich zu binden.“
Beide wussten, was das bedeutete.
Das Terminal hatte es bereits angedeutet:
Jaro war der Access Point.
Der Schlüssel.
Ein lebendiger Router für ein Netzwerk, das niemals hätte existieren dürfen.
Der Onkel zählte leise von fünf runter.
„Fünf… vier… drei…“
Jaro hörte seinen eigenen Herzschlag, laut wie ein Generator im Ohr.
„Zwei… eins.“
Er drückte die Taste seines Handfunkgeräts.
Für einen Moment explodierte die Luft mit einem schrillen, keifenden Geräusch – wie tausend Funksprüche gleichzeitig, alle auf derselben Frequenz.
Der Mann im Regenmantel ruckte zurück.
Sein Körper krümmte sich unnatürlich, als würde etwas tief in seinem Inneren versuchen, sich loszureißen. Der Lichtreflex im Implantat hinter seinem Ohr wurde greller.
„JETZT, JARO!“, brüllte der Onkel.
Sie stürmten aus dem Versteck.
Jaro spürte die Hitze des Störfeldes auf der Haut, während sie an dem taumelnden Mann vorbeirasten und sich zur Bunkertür warfen.
Doch kurz bevor sie hinauskamen, sackte der Störimpuls in sich zusammen.
Das Funkgerät des Mannes stellte seine Frequenz neu ein.
Der Onkel flüsterte: „Nein… nein… er rekalibriert.“
Dann hörten sie ein Geräusch, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Der Mann begann zu laufen.
Nicht wie ein Mensch.
Nicht wie jemand, der sie jagte.
Sondern wie ein Signal, das die kürzeste Strecke zwischen zwei Punkten nahm.
„Beeil dich!“, rief der Onkel, schubste Jaro nach draußen und riss die Tür hinter ihnen zu.
Doch die Tür stoppte den Mann nur für einen Herzschlag.
Dann vibrierte sie.
Dann beulte sie sich nach außen.
„Er schweißt sie mit Resonanz auf!“, keuchte der Onkel.
Jaro sah seinen Onkel an – verschwitzt, erschöpft, aber mit einem Blick, der ihm sagte, dass er seit Jahrzehnten genau auf diesen Moment gewartet hatte.
„Onkel… wer zum Teufel ist er?“
Der Onkel griff Jaro am Arm, zog ihn in den Wald.
„Er?“, sagte er. „Er ist der erste erfolgreiche Knotenpunkt des Projekts. Der Prototyp.“
Während sie in das Dickicht rannten, ertönte hinter ihnen ein metallisches Krachen, als die Tür des Bunkers nachgab.
Und dann hörten sie wieder dieses dreifache Impulssignal.
Kurz. Hart. Unvermeidlich.
Der Prototyp war draußen.
Und diesmal wusste er genau, wen er suchte.
Fortsetzung folgt…


